Der Independence Day am 4. Juli erinnert an die Gründung der USA. 1776 verabschiedeten die Vertreter der damaligen britischen Kolonien die Unabhängigkeitserklärung.

Als am 4. Juli 1776 die Vertreter der Kolonien im Rahmen des Kontinentalkongresses zusammen kamen, konnten sie noch gar nicht absehen, ob die Unabhängigkeitserklärung auch Erfolg haben würde. Seit Jahren schwelte der Konflikt zwischen Kolonien und Mutterland um die Rechte der Kolonisten, die nicht vom Parlament und Thron in London aus regiert werden wollten. Der Textentwurf für die Unabhängigkeitserklärung von Thomas Jefferson, dem späteren dritten Präsidenten der USA, ging daher vor allem auf die Rechtmäßigkeit der Loslösung vom Mutterland ein. Jefferson begründete die Rechtmäßigkeit mit dem Naturrecht (wozu das berühmte „all men are created equal” gehört) sowie den Verstößen des englischen Königs Georgs III. gegen seine Amtspflichten.
Unabhängigkeit formal erst 1783

Der Text zielte zum einen nach innen, sollte die Amerikaner an die Sache der Revolution binden. Das war auch bitter nötig, da zur damaligen Zeit nur etwa ein Drittel der Bevölkerung rebellisch eingestellt war, während ein Drittel loyal zum König stand und das letzte Drittel unentschlossen war. Zum anderen richtete sich der Text an die europäischen Mächte, mit denen man ein Bündnis gegen Großbritannien eingehen wollte. Letzteres gelang mit Frankreich 1778 und im Folgejahr mit Spanien sowie den Niederlanden und brachte schließlich die Wende im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. 1783 wurde die Loslösung der USA von England im Frieden von Paris besiegelt.

Der “Fourth of July” wirkte identitätsstiftend

Der Unabhängigkeitstag (oder „Fourth of July“, wie die Amerikaner meist sagen) galt während des Krieges mit Großbritannien und in den ersten Jahrzehnten des Bestehens der USA vor allem der Identitätsstiftung. Bei der ersten Feier 1777 trafen sich die Mitglieder des Kontinentalkongresses zu einem Staatsdiner. Zudem gab es Paraden, Salutschüsse und ein großes Feuerwerk. Diese Elemente sind bis heute geblieben. 1826, am 50. Geburtstag der Vereinigten Staaten, gab es zugleich Anlass zur Trauer. Thomas Jefferson und John Adams, zwei der Gründerväter (founding fathers) der USA, starben an diesem Tag. Große symbolische Bedeutung hatte auch der 4. Juli 1863. An diesem Tag kapitulierte mit Vicksburg die letzte Festung der Südstaaten am Mississippi. Die Union hatte nach zwei Jahren Bürgerkrieg wieder die Kontrolle über den wichtigsten Strom des Landes zurück gewonnen. Während der Norden den Wendepunkt des Sezessionskrieges feierte (in dem auch viele Deutsch-Amerikaner kämpften), herrschte im Süden tiefe Trauer. Vicksburg selbst feierte den Unabhängigkeitstag erst wieder ab 1941.