Der 69-jährige Rudolf Neuenschwander fühlt sich wohl im Heim. Er fällt nicht nur mit Filmvorschlägen auf. Rudolf Neuenschwander weiss, wie das perfekte Elvis-Presley-T-Shirt aussähe. Nicht aufgedruckt wäre sein Lieblingskünstler, sondern gestickt. Er trüge den weissen Anzug, und auf dem Rücken wären Geburtsdatum und Todestag als Stickerei vermerkt. Gut, wenn jemand noch Wünsche hat. An Kühlewil jedenfalls hat der 69-Jährige nichts auszusetzen: «Essen, Unterkunft, Sauberkeit tipptopp, die Angestellten zuvor-kommend.» Wenn jemandem etwas nicht passe, sei der ein «wunderliger Cheib». Solche habe es schon im Militär gegeben. Der Koch müsse ein Budget einhalten, da könne er nicht jeden Tag Filet im Teig machen.

Er habe früher für die Gurtenbrauerei alkoholfreies Bier ausgeliefert, erzählt Neuenschwander. Heute sitzt er regelmässig im Heimbeizli bei einem Bier und nimmt in Kauf, dass es ein richtiges ist. Im Heim macht er oft Filmvorschläge, dann stimmen die Bewohner über eine Dreierauswahl ab. Zuletzt schlug er «Dällebach Kari» vor, «als Hommage an Walo Lüönd». Sein nächster Wunschfilm ist ein bisschen rauer: Ein Gangster bekämpft Obergangster Al Capone, es kommt zum «Chicago Massaker».

Einen Wunsch hatte Neuenschwander nie: zu heiraten. «Ich bin nicht lebensmüde.»

Quelle: Berner Zeitung / published by ECBY