Nach seiner Einberufung erscheint im Juli Elvis’ Film „King Creole“, welcher zusammen mit dem Soundtrack-Album ein Riesenerfolg wird. Sein bisheriges Leben hätte nicht besser sein können, alles verläuft wie im Traum. Aus diesem wird Elvis jedoch am 14. August 1958 jäh gerissen, als seine über alles geliebte Mutter in Memphis stirbt.

Gladys Presley war wohl die bedeutendste Frau im Leben von Elvis. Ihre Bindung ist bereits seit der schweren, komplizierten Geburt sehr eng. Das einzige Kind wurde zum Lebensmittelpunkt der Mutter. Für ihn gab sie ihren Job auf, um ihren Jungen nach Strich und Faden zu verwöhnen und die Sorge, dass ihm etwas zustoßen könnte, war so groß, dass sie ihm während seiner Kindheit und Jugend kaum Freiheiten zugestand.

Als absolutes Vorbild kopierte der kleine Sprössling allerdings die eine oder andere Angewohnheit der Mutter in der Annahme, dass alles, was diese tat, richtig sei. Ein verhängnisvoller Fehler dabei war jedoch, dass sie eine Angewohnheit besaß, die für ihren Sohn später selber tödlich enden sollte, denn Gladys schluckte gegen jedes noch so kleine „Wehwehchen“ allerlei Tabletten. Elvis erfährt während seiner Armeezeit vom schlechten Gesundheitszustand seiner Mutter und verbringt von dort an jede freie Minute an ihrem Bett. Als er sich irgendwann entkräftet und müde zurückzieht, um selber ein wenig Schlaf nachzuholen, stirbt Gladys schließlich. Es wurde zwar nie offiziell bestätigt, dennoch wird angenommen, dass die noch sehr junge Mutter an den Folgen ihrer Tablettensucht starb.

Für Elvis bricht seine bis zu diesem Moment unbeschädigte Traumwelt in einem Augenblick wie ein Kartenhaus zusammen. „.. sie war alles, was ich hatte. Ich habe alles verloren.“, so seine Worte. Vom 01. Oktober 1958 bis 02. März 1960 ist der Halbwaise schließlich in Friedberg (Hessen) stationiert. Während dieser Zeit ist zunächst die Villa Grunewald in Bad Nauheim sein Zuhause; die letzten zwölf Monate lebt er, zusammen mit seinem Vater, seiner Großmutter und Freunden aus Memphis, in einem gemieteten Bad Nauheimer Privathaus in der Goethestraße 14.

Quelle: News Journal – published by ECBY